Backwahn

Drei Jugendliche fetten jeweils eine Backform.

Hoch konzentriert kratze ich mit einem Holzzahnstocher die bunte Masse aus den Gehäuseritzen meiner Küchenmaschine. Versuche den Geschmack verschiedener Teigreste an Löffeln und Teigschabern zu erraten. Obwohl es rational gesehen nicht möglich ist, bilde ich mir ein, dass das Gelb nach Zitrone und das Grün nach einem Hauch Pfefferminze schmeckt. Ich bin allein, zurückgeblieben nach der großen Backsause. Weiß nicht, wie lange ich schon hier stehe, und versuche alle Spuren zu beseitigen, um den Urzustand meiner Küche wiederherzustellen. Vergleichbar mit einem Tatortreiniger. Der sich, nachdem alle coolen sonnenbrillentragenden Typen ihre Arbeit erledigt haben, seiner wichtigen Rolle bewusst, an die Arbeit macht. Für Außenstehende biete ich sicherlich einen armseligen Anblick. Wie ich rasant Reste aus Ritzen kratze, lustvoll von Löffeln lecke und besonders begabt Brettchen bürste. O wie ich Alliterationen liebe, Weiterlesen „Backwahn“

Pfeiff auf Küsschen….

…. guten Freunden gibt man ein Likörchen 🙂

Wer mich kennt, weiß, dass ich kein Freund von Süßkram bin. Ich habe es schön öfter und ausführlich beschrieben. Und was für Essen gilt, gilt meist auch für Getränke. Doch eine Ausnahme mach ich dann doch, wenn’s unbedingt sein muss. Bei Likör. Warum das so ist, will ich dir erzählen. Und ich will dir auch erzählen, warum mein Beitrag erst heute kommt, und nicht wie gewohnt, am gestrigen Freitag.

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Unabhängigkeit

buntes Allerlei an wärmespendenden Hilfsmitteln für die weibliche Frostbeule

Von allen Seiten hören wir, wie wichtig es ist, dass wir Frauen uns unabhängig von allem machen. In erster Linie von den Männern. Unseren kleinen Prinzessinnen steht zum Glück dieselbe schulische Ausbildung zur Verfügung wie den Jungs. Sie können werden, was immer sie möchten. Auch die typischen Männerberufe sind kein Tabu mehr. Finanzielle Unabhängigkeit gibt uns die Möglichkeit, selbst für uns zu entscheiden und eventuelle Fehler in der Partnerwahl zu korrigieren. Das alles ist für uns zur Selbstverständlichkeit geworden.

Bis vor Kurzem dachte ich wirklich, eine unabhängige, ja geradezu vogelfreie Frau zu sein. Aber so ist das mit den Spatzen in der Hand, während sich der Adler in seinem Horst, oder so. Niemals Weiterlesen „Unabhängigkeit“

Nix Thermomix

Livedemonstration des thermonix

Was macht ein Geschenk zu einem tollen Geschenk? Natürlich, wenn man sofort erkennt, dass es von Herzen kommt. Dass sich der Schenkende wirklich Gedanken gemacht hat. Deshalb kann für jeden etwas anderes das ideale Geschenk sein. Besonders beeindruckend finde ich es, wenn mich jemand mit etwas überrascht, von dem ich noch nicht einmal geahnt hätte, dass ich es brauchen würde. Oder dass es überhaupt existiert.

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Mit 39 hat man noch Träume

Was bedeutet es, wenn auf einer Feier auf einmal nicht nur eine Braut, sondern gleich zehn anzutreffen sind? Dazu der Rest der Festgesellschafft, dem Anlass entsprechend gekleidet? Klar. Es bedeutet, dass ich in diesem Moment der glücklichste Mensch der Welt bin! Es bedeutet, dass alle, die mit mir feiern, Spaß verstehen und sich selbst nicht ganz so ernst nehmen.

Aber der Reihe nach. Weiterlesen „Mit 39 hat man noch Träume“

detox frei interpretiert

Detoxwasser in feinen Gläsern

Während ich mit meiner Base telefoniere, esse ich noch die restlichen Chips vom Vorabend aus der Schale und spüle sie mit dem abgestandenen Spezinagla runter. (Martina Schwarzmann definiert Nagla folgendermaßen: „Das, was in Köln ein Bier ist, das ist in Bayern ein Nagla.“) Insider wissen, dass ich seit einiger Zeit besonders darauf achte, das Fassungsvermögen meiner Spülmaschine maximal auszunutzen. Aber das nur als schwache Ausrede für meine morgendliche Entgleisung. Gesundes Frühstück sieht anders aus, Weiterlesen „detox frei interpretiert“

Solange es ging

Bis vor kurzem dachte ich, das Heimwerkermekka für den Durchschnittsmann liegt bei uns nahe der B13. Der Ort, an den Hausfrauen ihre Männer am Samstagvormittag mit dem Auftrag losschicken, eine Ersatzglühbirne zu besorgen. Mit der Gewissheit, sie bis zum Mittagessen aus dem Weg geräumt zu haben. So lange dauert es für gewöhnlich, ehe Weiterlesen „Solange es ging“

Der Weg zum richtigen Buch

Nachttisch mit Bücherstapel. Im Hintergrund ist ein weiterer Bücherberg zu sehen.

 

Unendliche Wiederholungen von Klassikern und wo man hin zappt ein Mord nach dem anderen. Von den Realityshows ganz zu schweigen. Wirklich prickelnd ist das Programmangebot unserer Fernsehsender an den meisten Abenden nicht wirklich. Ich frage mich manchmal, wer sich das allabendlich antut. Vielleicht der große Teil der Bevölkerung, der selbst keine Probleme hat und sich deshalb vor Augen führen muss was denn alles sein könnte, wenn sie denn kein so tolles Leben hätten? Glückspilze sind da noch die Sportfreunde, für die abhängig von der Jahreszeit fast rund um die Uhr Fußball, Basketball oder Biathlon übertragen wird.

Du gehörst zu keiner der beiden genannten Gruppen? Dann geht es Dir wie mir.

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Diätversuch Klappe die 2.

Alte Buchenallee im Herbstlaub

Ich bin nicht Multitasking fähig und das ist auch gut so. Ich habe „Digitale Demenz“ von Manfred Spitzer gelesen. Darin beschreibt er einleuchtend, weshalb es nicht unser Ziel sein kann, Multitasking zu betreiben. Geschweige denn, diese Fähigkeit tatsächlich von uns und anderen zu erwarten. Ja, sicherlich kann man mehrere Aufgaben gleichzeitig erfüllen. Nur die Qualität der Ergebnisse ist meist fragwürdig. Dennoch probiere ich es ständig, zum Teil sogar mit zufriedenstellendem Ergebnis. Ich kann telefonieren und Karotten schälen. In der Sonne sitzen und Kaffee trinken. Putzen und dabei meiner Familie Verwünschungen an den Kopf werfen.

Aber Alltag und Abnehmen hab ich einfach nicht drauf.

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Gute Tage

Willi bein Verteilen des fertig gebratenen Dönerspießes

Nichts ist schwerer zu ertragen als eine Reihe von guten Tagen.

So lautet ein Zitat von Goethe. Ich kann ihm da nur eingeschränkt Recht geben. Ich habe tolle Tage hinter mir. Es zeichnete sich im Vorfeld bereits ab, dass es ein chaotisches und turbulentes Wochenende werden würde.

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Tagebuchauszug

Naturaufnahmen der Altmühl bei Dämmerung. Vom Boot aus aufgenommen.

Di 31.07.18
Ich spiele Urlaub

Es ist brütend heiß draußen. Zwar muss ich noch täglich auf die Arbeit, doch sobald ich daheim bin, tu ich einfach so, als hätte ich schon Urlaub. Um mich herum haben ja bereits alle Ferien. Wir genießen unseren Garten, den Badebottich und die Unmengen an Eisvorrat im Gefrierschrank. Das kommt meiner Figur nicht gerade entgegen, aber für dieses Problem habe ich mir aus der Bücherei eine Abnehm- CD ausgeliehen. Angeblich sollen nach dem Anhören die Pfunde wie von selbst purzeln. Toll, das wird ein Spitzensommer!

Fr 03.08.18
Die Spuren sind nicht mehr zu leugnen.
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Gurkenschwemme

Ein Gurkenberg inmitten von Gurkenstauden

Zuerst ziehe ich auf dem Fensterbrett die eigenen Pflanzen in kleinen Töpfen vor. Umsorge sie, achte darauf, dass sie genug Licht, aber nicht die knalle Sonne abbekommen. Das erste Blattpaar der Sprösslinge freut mich immer besonders. Sobald es einigermaßen vertretbar ist, kommen die Kleinen ins Hochbeet. Meist sind es dann nicht zwei Pflanzen, wie ursprünglich gedacht, sondern vier, da wider Erwarten doch alle Samen gekeimt haben. Weiterlesen „Gurkenschwemme“

Über Geduld und sattgrünen Rasen

Ich stelle jetzt einfach mal die Behauptung auf, dass ich zu den seeehr geduldigen Menschen gehöre. Ich bin tolerant, verständnisvoll, und ich weiß, wann es sich lohnt, sich aufzuregen. Ja, ich bin sicher, einige Menschen werden nun mit den Augen rollen 🙄 , und wieder andere reagieren mit einem dezenten „choooohhh“. Doch wissen all die Leute ja gar nicht, was ich alles durchmachen musste, BEVOR mir der Geduldsfaden doch mal reißen sollte. Sowas ist ja immer eine Momentaufnahme. Und da finde ich die Beurteilung der Situation, und der damit verbundenen Reaktion, nicht immer gerecht. Auch stelle ich diese Behauptung auf, da ich ziemlich sicher bin, dass meine Mama diesen Beitrag nicht lesen wird 😬. Welche Situation mich in der vergangenen Woche BEINAHE dazu gebracht hat meine Geduld zu verlieren, will ich dir erzählen.

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Rabattrausch

Hand auf’s Herz. In uns allen steckt doch mehr oder weniger ein Schnäppchenjäger. Sonst würde der ganze Rabattwahnsinn doch nicht funktionieren. Dabei ist mir, wie dir sicherlich auch, klar, dass niemand etwas zu verschenken hat. Als Gegenleistung präsentieren wir den Konzernen unsere Daten, unsere Gewohnheiten als Verbraucher, ja manchmal sogar unsere Entscheidungsfähigkeit. Gestern habe ich Depp Weiterlesen „Rabattrausch“

Das war’s dann wohl! Aus die Maus🇩🇪⚽️

Kaum hat’s begonnen, schon ist’s wieder vorbei. Die oft gewünschte Wiederholung des deutschen Sommermärchens 2006. Hochsommerliches Wetter, fröhliche Menschen und ausgelassene Stimmung. Ein ganzes Land feiert den Traum in schwarz-rot-gold🇩🇪. Dass Jogis Jungs damals leider nicht Weltmeister im eigenen Land wurden, ist zweitrangig. Eine Fortsetzung gab’s dann acht Jahre später in Brasilien. Endlich konnte die Mannschaft zum vierten Mal als Weltmeister zu Hause empfangen werden🏆. Und nun? 2018? Nix is. Pustekuchen. Aus die Maus. Unsere Nationalelf darf frühzeitig aus Russland abreisen und einige Tage länger den mehr oder weniger  verdienten Urlaub genießen. Und sicherlich handelt es sich hierbei nicht um ein paar Tage in einer bayerischen Ferienwohnung mit Selbstverpflegung. Mein Mitgefühl hält sich in Grenzen. Denn ich habe bereits vor einigen Jahren meine aktive Fußballfanlaufbahn beendet. Ich glaube, wohl aus Trotz.

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Die geheimen Geheimnisse einer glücklichen Ehe

Gestern habe ich aufgeräumt. Also nicht wirklich aufgeräumt, sondern ich wollte die externe Festplatte meines Computers aufräumen und bin dann natürlich ins Stöbern gekommen. Es ist unfassbar, wie viel Leben sich auf so einem kleinen, halben schokoladentafelgroßen Teil ansammeln kann. Und für eine Datei brauchte ich besonders lange. Nicht dass ich nicht wusste, was diese beinhaltet, sondern weil es so viel Spaß machte sie zu lesen.

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Ich hasse einkaufen

Einkaufen ist schlimm. Schlimmer ist nur noch Wäsche aufräumen.

Und, ja logisch, damit meine ich nicht „shoppen“. Was für mich soviel bedeutet wie Schuhe kaufen, oder Dinge, die die Welt nicht braucht oder ähnliches. Klar, auch ich mache das gerne. Bei Sonnenschein durch die Stadt bummeln, einfach nur schauen und ohne schlechtes Gewissen mit leeren Taschen nach Hause kommen. Nein, das mein‘ ich nicht.

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Ungeplant Spaß?!

Planschende Beinpaare in leuchtend blauem Wasser.

Auch wenn es manchmal nicht nach meinem Plan läuft,

kommt es vor, dass am Ende des Tages doch alles gut ist. Das liegt daran, dass ich in unserer Familiendemokratie als eher strukturierter Planungsmensch in der absoluten Minderheit bin. Nicht immer zu meiner Freude, aber doch zugegebenermaßen zu meinem Glück.

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