Ich hasse einkaufen

Einkaufen ist schlimm. Schlimmer ist nur noch Wäsche aufräumen.

Und, ja logisch, damit meine ich nicht „shoppen“. Was für mich soviel bedeutet wie Schuhe kaufen, oder Dinge, die die Welt nicht braucht oder ähnliches. Klar, auch ich mache das gerne. Bei Sonnenschein durch die Stadt bummeln, einfach nur schauen und ohne schlechtes Gewissen mit leeren Taschen nach Hause kommen. Nein, das mein‘ ich nicht.

Ich meine EINKAUFEN.

Und das bedeutet, im Supermarkt die Riesen-Einkaufswagen vor sich her zu bugsieren. Den Weg vor sich kann man nur erahnen, da der Berg auf dem Einkaufswagen bereits auf Augenhöhe ist. Und das alles nur, um den Heuschreckenschwarm zu Hause für einige Tage satt zu kriegen. Richtig schlimm wird’s aber an der Kasse. Hinter mir bildet sich meist schnell eine Schlange. Schuldbewusst lasse ich mindestens die ersten drei Kunden hinter mir vor. Um mein schlechtes Gewissen zu beruhigen, und um der restlichen Schlange zu demonstrieren, dass ich sehr wohl weiß wie nervig ich bin. Und um zu zeigen, dass ich sonst ja ein guter und mitfühlender Mensch bin. Die Blicke der anderen Kunden reichen von mitleidig bis bedauernd über genervt bis richtig angep…t.

Fränkische Brotzeitplatte
Manchmal gibt’s nur Brotzeit

Aber ich kann’s leider nicht ändern.

Neulich stand neben der Osterfeiertage zeitgleich noch eine Geburtstagsfeier bei uns an. Kurzerhand habe ich meinen Mann dazu verdonnert, mit mir einkaufen zu gehen. Ich wusste, wegen meiner langjährigen Einkaufserfahrung, ein Wagen würde nicht ausreichen. Seine Begeisterung hielt sich in Grenzen. Doch erstens erhoffte ich mir etwas Unterstützung und zweitens sollte er ruhig auch mal sehen, dass das KEIN Spaß ist. Wider Erwarten war mir mein Göttergatte bei besagtem Großeinkauf leider keine Hilfe. Und er kann gar nix dafür, ich hätte es jedoch vorher wissen müssen. Okay, das ist nun unfair. Er hat den zweiten Wagen geschoben und diesen bravourös durch die engen Gänge eines sich im Umbau befindenden Supermarktes manövriert. Und das erstaunlicherweise auch noch gut gelaunt. Um die Aufräumerei daheim zu erleichtern, habe ich für mich ein Einkaufssystem entwickelt. Doch trotz jahrelanger Erklärungsversuche bleibt dieses System wohl für den Herren des Hauses ein Buch mit sieben Siegeln.

Wer mich kennt, weiß mittlerweile, dass ich sehr gerne Systeme und Prozessabläufe für ungeliebte und doch unbedingt notwendige Aufgaben entwickle (*). Wahrscheinlich deshalb, weil ich dann das Gefühl habe, zumindest einigermaßen Frau der Lage zu sein und trotz des Schlamassels teils über das Chaos triumphierend lächeln zu können. AUF das Band kommen zuerst alle unempfindlichen Sachen. Kaffee, Reis, Dosen, Gläser und so. Dann die nicht ganz so empfindlichen Dinge wie Äpfel, Kekse und ähnliches, und am Schluss dann alles, was nicht zerdrückt werden darf. Salat, Toastbrot et cetera pp. IM Einkaufswagen stehen dann mindestens drei Körbe oder Taschen bereit. In die erste kommen alle Dinge, die in die Speisekammer geräumt werden, in die zweite alles was im beschrifteten Kühlschrank seinen zugewiesenen Platz erhält. Und in die dritte Tasche lade ich dann den Rest. Also was in die Küche oder ins Badezimmer gehört, oder was sonst irgendwo im Haus verteilt werden muss. Da ich den Einkauf ja schon beim Auflegen auf das Band nach Empfindlichkeit sortiert habe, muss ich beim Einräumen bezüglich dieses Kriteriums nichts mehr beachten.

Spaghettieis für Viele
Nachtisch geht immer

Es ist leider nicht möglich, meinem Mann dieses System so zu erklären, dass er es in die Praxis umsetzen könnte. Er steht stets hilflos daneben. Mir tut er immer leid. Meist amüsiert beobachten die Kassiererinnen das Prozedere, und die ein oder andere hat mir schon mehrmals versichert, dass dies meistens so sei. Männern ist es wahrscheinlich genetisch bedingt nicht möglich, den Einkauf richtig zu sortieren.

Wär‘ ich ein Mann, würd‘ ich’s auch so machen.

Am Ende müsste ich wohl sonst den Wocheneinkauf immer und womöglich noch alleine erledigen??

Kaufst du gerne ein?

Oder ist dir dies auch ein Greuel? Dann hoffe ich, dass du deinen Wocheneinkauf schon hinter dir hast.  Ich muss noch los. Aber so schlimm wird’s wohl nicht werden.

Schaufele vom Grill
Vorfreude auf Schaufele vom Grill

Angesichts der Wetterprognose kaufe ich für dieses Wochenende Grillkohle, Gemüse und Salate, zum Metzger gehe ich gerne.  Und das Bier kauft der Göttergatte. Das kann der am Besten ;-).

Alles Liebe,

Deine Flitzer

* Mehr dazu hier: Ohne Plan läuft gar nix!   Und ja, ich weiß, dass es ein Spleen ist. Aber das ist nicht mein einziger.

8 Antworten auf “Ich hasse einkaufen”

    1. Hallo Vani,
      das mit dem online einkaufen hab ich mir auch schonmal überlegt. Doch viele Läden liefern leider nicht zu uns aufs tiefste Land. Und Obst und Gemüse sehe ich dann doch lieber vorher und hätte es gerne frisch. Aber so für die Grundnahrungsmittel könnt ich’s echt mal ausprobieren. Bleibt ja aber leider immer das aufräumen.
      Ein ruhiges Wochenende wünsch‘ ich dir 😉

      Gefällt 1 Person

  1. Einkaufen 😩
    Ich gehe lieber alleine, mit meinem Mann dauert das eeeewig! Er sieht hier was und dort was und will Dinge kaufen, ne ne ne. Furchtbar! Ich brauche da die doppelte Zeit. Das nervt! Und ich bin wirklich eine Frau und er ein echter Mann!

    Gefällt 1 Person

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