Bikini, hier bin ich wieder!

Ich würde sagen meine große Bikinizeit war zwischen meinem 14. und 24. Geburtstag. Zuvor hatte ich sicherlich auch schon so süße kleine mit Rüschen besetzte Teilchen. Ich werde da später mal im Fotoalbum stöbern.

An einen kann ich mich noch gut erinnern. Ich war etwa zwölf. Das war einer dieser Badeanzugbikinis, die damals in waren. Keine Ahnung wie die wirklich hießen. Da waren Bustier und Höschen an der Seite aneinandergenäht. Du weißt sicherlich was ich meine. Vermutlich hattest du auch so einen. Waren zu der Zeit echt angesagt. Ich kann mich deshalb noch so gut daran erinnern, weil ich damals am nahe gelegenen Badeufer beim Umziehen gestört wurde. Die damals pubertären Jungs kletterten ständig auf die Umkleidekabinen, wenn wir Mädels uns umziehen wollten, weshalb es schnell gehen musste. Das war mit normalen Bikinis noch machbar, aber dadurch, dass meiner an der Seite zusammengenäht war, eine größere Herausforderung. Denn da musst du das Ding erst mal richtig rumdrehen und das in der Eile. Nur für coole Mädels machbar. Für mich natürlich nicht. Deshalb zerriss ich eine der beiden Nähte an der Seite und ich hatte natürlich keinen Ersatz. Dumm gelaufen. Badetag beendet. Tja, muss echt traumatisch gewesen sein, wenn ich das noch so gut weiß.

Trotzdem blieb ich dem Bikini treu. Für Sport hatte ich Badeanzüge, doch zum Sonnen Bikinis. Mit zunehmendem Alter standen sie mir, ohne arrogant wirken zu wollen, noch besser. Allerdings hatte ich immer die sportlichen Varianten. Schnürchen und lappige Dreieckchen waren noch nie mein Ding. Einmal kaufte ich mir im Urlaub, wo mich außer meinem damaligen Freund niemand kannte, zum Sonnen am Strand einen String. Damit auch mein Hintern schön braun werden könnte. Das war nix für mich. Ich fühlte mich weder sexy noch schön. Nur lächerlich und unsicher. Deshalb blieb das mein einziger Tag mit String am Strand. Ich glaub es war sogar eher nur eine Stunde. So ein Quatsch, wer braucht schon einen braunen Hintern. Im Normalfall trage ich sowieso was drüber. Der Rest meiner Bikinizeit verlief ohne weitere Traumata und endete jäh in meinem 25. Lebensjahr mit meiner ersten Schwangerschaft.

Ich bin mir nicht sicher wer letztendlich meine Figur zerstört hat. Mein Mann, meine Tochter oder ich selbst. Fakt ist, dass ich ziemlich bald Schwangerschaftsstreifen und Beulen an allen erdenklichen Stellen bekam. Bikini ist für mich seitdem raus. Auch wenn ich die überflüssigen Kilos irgendwann auf unerklärliche Weise verlieren würde, Bauch frei geht für mich nie wieder. Und das behauptet nicht mein Mann oder mein Umfeld, sondern ich. Finde ich weiter nicht schlimm, Bikini brauch ich nicht für mein Glück.

Badeanzüge wehen im Wind
Wie Segel im Wind.

Bikini macht´s einfacher

Wie? Na, das kann nur ein Mann fragen. Oder eine Frau, die zeitlebens nur Zweiteiler getragen hat. Ohne jetzt bei jemandem ein Kopfkino starten zu wollen, es gibt nichts Dooferes, als im nassen Badeanzug zur Toilette zu gehen. Es ist kalt, alles tropft und klebt. Da das nicht nur bei mir so ist, sieht die Toilette immer aus, als hätten meine Vorgängerinnen daneben gepinkelt. Ich denke mir schon, dass das nicht so ist, aber man weiß ja nie. Ok, das Problem lässt sich durch Bikini auch nicht lösen, aber alles geht viel zügiger vonstatten. Ich muss mich zumindest nicht komplett entblößen. Komisches Gefühl, so ganz nackt in der Kabine mit dem tropfenden Badeanzug an den Beinen klebend. Und mittlerweile tropft er ganz schön. Denn meine Badeanzüge sind nicht mehr xs. Außerdem sind sie zusätzlich gefüttert und saugen deshalb jede Menge Wasser auf.  Das ist auch der Grund, weshalb ich nach dem Verlassen des Beckens immer aussehe, als würde ich an den Beckenrand pinkeln. Ich mach das echt nicht wirklich, das sieht nur so aus. Versprochen! Und wenn ich mir dann unter größter Kraftanstrengung das nasse klebrige Ding wieder über den Körper ziehe, ist es meistens saukalt. Nichts rutscht einfach so an die Stelle wohin es soll, sondern es muss alles wieder richtig angepasst werden. Da wird geschoben, gezogen und tief durchgeatmet. Wer mal richtige Kämpfe miterleben möchte, sollte sich beim nächsten Schwimmbadbesuch etwas in der Damentoilette aufhalten. Nicht gerade kuschelig, aber sehr aufschlussreich.

Bikinis große Schwester Tankini

Zum Glück gibt es seit einigen Jahren für uns alle den tollen Modetrend Tankini. Der Bauch ist bedeckt und trotzdem habe ich einen Zweiteiler. Und schwupps, war ich in meiner heilen Welt auch dieses Problem wieder los. Tankinis sind super und allseits beliebt. Nur im Whirlpool entpuppen sie sich als äußerst unpraktisch. Denn in den Tops sammelt sich die Luft der Blubberblasen binnen kürzester Zeit zu Megamöpsen und kugelrunden Bäuchen. Je nach Badegesellschaft kann das Situationen von urkomisch bis äußerst peinlich hervorrufen.

Doch jetzt kommt´s, seit gestern kann ich ganz offiziell wieder Bikini tragen.

Bikinis coole Cousine

Die Modewelt schenkt uns seit einigen Jahren die High Waist Bikinis. Sie sind ein bisschen retro angehaucht. Nix zu knapp. Alles gut verpackt. So richtig zum Wohlfühlen. Allerdings sind die bei uns am Land noch nicht so ganz angekommen. Ich hab seit gestern zwei dieser Teile. Und ich werde sie tragen. Der Anblick ist zugegebenermaßen noch ungewohnt, aber das wird schon werden. Ich versuche, auf diesem Weg schon mal ein bisschen um Verständnis zu werben. Sicherlich wird diese Bademode heuer auch bei uns häufiger zu sehen sein. Ich finde sie recht schön und wie die Tankinis praktischer als den gefütterten Badeanzug. Beim ersten Probetragen war ich zugegebenermaßen noch recht skeptisch, doch meine Familie hat mir versichert, dass das wohl so gehört. Nur die Kleine hat gesagt: „Der passt doch nicht (Stich im Herzen meinerseits. Sie ist wohl mit ihren sechs Jahren die einzige ehrliche hier?), da fehlt doch oben die Punktierung.“ Glück gehabt.

Ich hoffe mir steht der neue Bikini besser. Immerhin fülle ich ihn zur Gänze aus.
Meine Kleine hat den neuen Bikini gleich getestet. Sie fand´s wahnsinnig amüsant, wie viel Stoff er doch hat.

Badeanzüge trage ich jetzt erst mal nur noch zu unseren großen Spaßbadtagen und beim Klippenspringen in Kroatien. Denn da weiß ich, dass alles an seinem Platz bleibt.

Ich freu mich auf den Sommer und die wieder bunter werdende Bademode.

Bis bald, Deine Glitzer

6 Antworten auf “Bikini, hier bin ich wieder!”

  1. Du hast mir ja so aus der Seele gesprochen mit deiner Klo-Schwimmbad-Schilderung 🙂 . Egal ob Bikini oder Badeanzug, in meinem fortgeschrittenen Alter ist es ja sowieso egal, wo die Orangenhaut rausquillt. Eigentlich darf man sich keinen zu großen Kopf machen und sollte nur den Bademoment genießen. Nehme ich mir jetzt einfach mal für meinen nächsten Besuch im Schwimmbad vor.

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  2. Ein toller Baum, an dem Bikinis aller Art und Größen wachsen. Klasse Idee! 😀
    Die Bikinizeit ist bei mir längst vorbei und muss ja auch nimmer sein. Hab aber zumindest noch zwei davon zur Erinnerung an „alte Zeiten“ aufgehoben.
    Liebe Grüße von Hanne

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  3. Bikini ist bei mir auch seit Jahren kein Thema mehr. Das kann ich meiner Umwelt einfach nicht zumuten.🙈
    Meine Wahl ist ein schlichter, schwarzer Einteiler mit super Bauchwegfunktion (die leider nur bedingt funktioniert).
    Meine vor Jahren erworbenen Bikinis sind aber noch gut erreichbar in meinem Schrank deponiert, in der Hoffnung, dass sie irgendwann wieder passen.🤪
    😎

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