Willkommen zurück

Einen wunderschönen Freitag wünsch‘ ich dir. Wir sind zurück. Schön, dass du wieder da bist. Aber eigentlich sollte ich gerade im Keller sein. Vor dem Bügelbrett. Oder zumindest in der Nähe meiner Waschmaschine. Doch es war eindeutig zu früh, den Anblick meiner Waschküche zu ertragen. Ich brauche noch mindestens einen bis drei Kaffee. So schlimm war’s noch nie. Glaub‘ ich.

 

Nach gefühlt nicht enden wollender Krankheit bin ich wieder zurück in der Realität. Die genauen Einzelheiten will ich dir ersparen, doch meine Gedanken rund um die Krankheit meine ich doch teilen zu können. Ich hatte Grippe. Nicht Männerschnupfen, sondern diese fiese Grippe. Die mit den Viren, vor der sogar Antibiotikum kapituliert. Hatte ich noch nie in meinem doch schon längeren Leben. Ich weiß nun, dass es durchaus möglich sein kann, an Grippe zu sterben. Bedeutet: ich war tagelang nicht in der Lage, mich länger als eine Minute aufrecht zu halten. Der Weg zur Toilette durch den gefühlt kilometerlangen Flur wurde zur Herausforderung. Unser Wohnzimmer befindet sich nämlich im Südflügel des Hauses und die Toilette im Nordflügel. Ich brauche wohl keiner berufstätigen Mutter erklären, was das bedeutet.

Wie lange dauert das denn?

Nach den ersten Tagen, in denen ich nahezu durchgeschlafen habe, habe ich dann die gut gemeinten Ratschläge meiner Mitmenschen wahrgenommen. Zwar noch benommen, wie durch einen Nebelschleier, gedämpft durch vermutete Schwämme auf den Ohren. Muss wohl so sein, weil wahrscheinlich die Rückkehr in die Realität sonst zu krass werden würde. Ich werde euch nix neues erzählen, die Ratschläge kennt wahrscheinlich jeder: „tu bloß langsam“, „schon‘ dich“, „die Arbeit läuft dir nicht weg“, „das darfst du nicht verschleppen“, „pass‘ auf, das kann auf’s Herz gehen“, sind nur die Tipps, die mehrfach genannt wurden. Tolle Ideen. Nichtmal ich wäre auf die Idee gekommen, mich mit 40,8 Grad Fieber an’s Fenster putzen zu machen, geschweige denn eine Spülmaschine auszuräumen. Hatte nix mit Vernunft zu tun, sondern einfach mit Unvermögen. Und 40,8 Grad Fieber ist nicht übertrieben. Als ich die Höhe des Fiebers feststellen wollte, nachdem auch die drei Wärmflaschen keine Wirkung zeigten, war auf dem Digitalthermometer 40,5 zu sehen. Da wir unser Fieberthermometer sehr selten benötigen, kam in mir der Verdacht auf, dass dies wohl kaputt sein müsste. Ich ließ mir ein neues besorgen, und das korrigierte den Wert dann tatsächlich. Auf 40,8. Schöner Mist

Die Tage vergingen, und es kam der Zeitpunkt, an dem ich den Fernseher einschaltete. Es dauerte nicht lange, und ich stand kurz davor, die Email, in der ich mich vor einiger Zeit bei einem Fernsehsender über das katastrophale TV-Programm beschwerte, auch an alle anderen Fernsehsender zu schicken. (Wie ich dazu stehe, kannst du hier nachlesen: Über zu viel Zeit, Bauchtaschen und das TV-Programm  ) Aber der Akku meines Laptops war leer, und ich beschloss, das Ladekabel nicht zu holen. Ich hatte die berechtigte Befürchtung, dass mich dies wohl zu sehr erschöpfen würde. Aber aufgeschoben ist ja nicht aufgehoben. Glücklicherweise hatte ich über die Weihnachtsfeiertage alle Staffeln einer Serie aus meiner Kinderzeit aufgenommen. Die lief dann in Dauerschleife. Hatte den Vorteil, dass ich mich unbesorgt dem regelmäßig nötigen Schlaf hingeben konnte, ohne etwas zu verpassen.

Hinter den Wolken scheint immer die Sonne

Die letzte Folge meiner Staffel war zu Ende (hierüber lasse ich mich an anderer Stelle noch einmal aus, denn ich habe dazu mittlerweile eine andere Meinung, als in den 80er Jahren), und es ging aufwärts. Es war ganz deutlich daran zu merken, dass mich die Staubschicht auf dem Glastisch vor dem Sofa störte.

wäscheständer

Life goes on

Einer meiner ersten längeren Wege vom Sofa führte selbstverständlich in die Waschküche. Wohin auch sonst. Und sie hatten recht. Die Arbeit ist mir nicht weggelaufen. Leider. Ich will mich jetzt echt nicht beschweren. Und ich versuche stets, der Hausarbeit Positives abzugewinnen. Kochen tue ich gerne. Und backen auch, selbst wenn ich keinen Kuchen mag. Putzen erdet, Fenster putzen öffnet den Blick, und Gartenarbeit ist sowohl für die Seele als auch für die Gesundheit gut. Dass ich Einkaufen nicht leiden kann, weißt du ja bereits ( Ich hasse einkaufen ). Und die Wäsche ist mir auch ein Greul. Ich bin fest davon überzeugt, hätte ich keine Wäsche, hätte ich (fast) keine Sorgen mehr. Ich glaube, ich würde sogar gerne einkaufen gehen. Und es erzählen mir tatsächlich immer wieder Leute, dass das doch wohl gar kein Problem sei. Ich kann es nicht nachvollziehen und habe keine Ahnung, was ich falsch mache.

Schon immer stehe ich im Klinsch mit den Wäschebergen und ich kämpfe mit allen verfügbaren Kräften dagegen an. In jüngeren Jahren war es keine Seltenheit, dass ich bis weit nach Mitternacht abwechselnd in der Waschküche stand und am Bügelbrett saß. Aber seit ich älter bin (keine Ahnung, seit wann genau, es wahr wohl ein schleichender Prozess), brauche ich meinen Schlaf. Dazu kommt, dass ich nun länger auf der Arbeit bin. Und schon allein zeitlich betrachtet, sind maximal lediglich zwei Maschinen täglich zu packen, wenn’s gut läuft. Doch meistens klappt’s nur mit einer, denn irgendwas ist ja immer.

Meistens kommt es anders

waschmaschine

Um den Wahn zu komprimieren, habe ich mir eine zweite Waschmaschine besorgt. Doch die steht noch immer in der Garage. Um diese installieren zu können, muss ich aber erstmal die Wäscheberge minimieren. Ein Teufelskreis. Dies sollte meine Aufgabe für das anstehende Wochenende werden. Ich habe es lange geplant und mir fest vorgenommen, meine Waschküche soweit vorzubereiten, dass die zweite Maschine ihre Arbeit endlich aufnehmen kann. Ich war auch gut dabei, denn ich achtete darauf, dass ich wirklich jeden Tag das Maximum – sprich zwei Maschinen – durchbrachte. Gestern Abend schloss ich schwungvoll den Deckel der vermeintlich letzten Maschine für diese Woche. Heute wollte dann noch schön abstauben, durchwischen und die Spinnweben absaugen. Aber der Wäscheabwurf machte mir wohl einen Strich durch die Rechnung. Denn ich stellte fest, dass die Jogginghose, die ich kurze Zeit vorher in den Abwurf gegeben hatte, nicht unten angekommen ist. Wäscheabwurf verstopft. Magst du wissen, wie viel Wäsche in einen Wäscheabwurf über zweieinhalb Stockwerke passt? Ich rate dir eines… zieh‘ nieeee in ein Haus mit Wäscheabwurf. Ich habe mehr als einmal mit dem Gedanken gespielt, das böse Loch voller Beton zu schütten. Aber hilft ja nix. Es kostete viele Schimpfwörter, den Stau zu lösen, aber mit der zweiten Waschmaschine wird’s wohl dieses Wochenende nix. Wohl muss ich dafür eine Woche Urlaub opfern. Denn leider lief auch die „gute“ Arbeit nicht weg und will erledigt werden.

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Hüte dich vor Wäscheabwürfen !!!

Dafür ist das Sieb von Maschine eins wieder schön sauber. Denn als endlich die Jogginghose im Keller angekommen war, blinkte bei Nummer eins das rote Licht „Ablauf prüfen“ Läuft, würde ich sagen. Es war ein Kabelbinder.

Wäscheberge abtragen ist ein bisschen wie shopping

Es hilft alles nix. Ich muss los. Ich versuche mir einzureden, dass die Aufarbeitung der Wäscheberge auch einen Hauch von Shoppingtour hat. Denn kaum zu glauben, wie schnell das ein oder andere gern getragene Kleidungsstück in Vergessenheit gerät. Ich freue mich, alle wieder zu finden, und sie hoffentlich heute Abend alle sorgfältig im Schrank hängen zu haben.

Ich bin dann mal weg. Schönes Wochenende und alles Liebe,

Flitzer

 

Wie bewältigst du den Wäschewahnsinn? Hast du Tipps? Ratschläge? Oder noch besser, kennst du jemanden, der jemanden kennt, der das eventuell für mich übernehmen könnte? Ich bezahle auch gut dafür. Ganz offiziell mit Anmeldung und so. Ich würde auch eine Vermittlungsprovision springen lassen, über die gerne verhandelt werden kann. Und ich verspreche, dass bis dahin dann die zweite Maschine stehen würde.

bügeleisen

4 Antworten auf “Willkommen zurück”

  1. EI-GEN-tl-ICH ist das ja eine angelegenheit zwischen dir und deinem Angetrauten ehemann.
    ergo ehrensache, bloss keine wohlgemeinten ratschläge.
    daran halte ich mich auch.
    bloss musste ich plötzlich dran denken, wie ich, indes bereits geschieden und ich mit ihr und 2 kindern, das Mädchen noch ein baby, für das ich die ersten vier jahre die vaterrolle übernahm ( bin nicht der biologische vater ) und das ist der springende punkt, meine ex war gelinde gesagt eine chaotin, also habe ich nicht nur Windeln gewaschen, sondern meist auch noch ihre wäsche gleich mit. wenn ich heutzutage lese, wie männer hochgelobt werden, wenn sie mal eine berufliche auszeit von einem halben jahr nehmen und hausmann spielen, kann ich nur mit-LEID-voll nicken. 😣

    Gefällt 1 Person

    1. Hut ab… Ich kenne sehr wenige Männer, die die Wäsche machen… oder geben sie es nur nicht zu?? Die temorären Hausmänner können jedenfalls ein Leben lang von ihrem Kurztrip in die Haushaltswelt zehren🙄.. Mein Mann ist dafür der Müllbeauftragte. Und das macht er sehr gut 😁

      Gefällt 2 Personen

  2. Liebe Flitzer, wenn Du eine Wäschenotrufnummer brauchst, nimm meine. Ich kann Dir in Zeiten der Not gerne aushelfen. Etz echt. R u f m i c h a n.
    Einfach nur waschen (gerne mit Efeu oder selbergemachtem Waschmittel) und im Trockner trocknen kann ich. Bügeln kann ich nicht.
    Mein Neffe, der im Büro Hemden trägt, schwört auf so einen aufblasbaren Hemdentrockner.
    Vor vielen (20) Jahren habe ich bei Simplify your life gelesen, dass sich Textilien „merken“, wenn sie gebügelt wurden und von da an immer danach verlangen. Genial. Der beste Tipp ever. Bei mir reicht seitdem meistens kräftiges Ausschütteln der feuchten Wäsche und Aufhängen am Bügel. Wer glatte Jeans will, kann die auch kurz im Trockner antrocknen und dann aufhängen. Mach im im Heizungskeller. Ist wetterunabhängig. Und keiner merkt, wenn die Wäsche zwei Wochen hängt. Was Willi dazu sagt, weiß ich nicht. Die Kleiderbügel im Heizungskeller hat er noch nicht beanstandet. Den Kauf von Blüschen und Hemden vermeide ich. Ist bei uns einfach, Herr W. muss in der Arbeit keine Hemden tragen und seine Poloshirts von Landsend sind aus so toller Pima Baumwolle, die gar nicht gebügelt werden will/muss.

    Gut, dass Du wieder gesund bist -und stell mir einen Sack Wäsche vor die Haustür!
    KG Moni

    Gefällt 1 Person

    1. Hallo Moni… meine Antwort kommt spät, aber du weißt ja, wo ich war und dann hatte ich noch Internetausfall :-(. Unmöglich kann ich dein Angebot mit der Wäschenotrufnummer annehmen. Wer sollte denn die Berge von Haus zu Haus karren… Ich habe mich auch erkundigt, wie so ein aufblasbarer Hemdentrockner funktioniert. Man muss die Hemden in nassem Zustand aufziehen und das Teil bläst sie dann glatt. Scheidet bei mir leider aus, da jedes Hemd zwischen 5 – 10 Minuten braucht. Schade. Ich habe leider auch im ganzen Haus keine Möglichkeit, irgendwelche Wäscheleinen zu montieren. Keine gegenüberliegenden freien Flächen. Hier mache ich unserem Architekten große Vorwürfe. Und um die Hemden komme ich leider nicht drum rum. Sehr wohl habe ich bei der Wahl meines Ehemannes auf seinen Beruf geachtet. Aber dass dies dermaßen aus den Fugen gerät und er plötzlich doch nahezu jeden Tag ein Hemd braucht, konnte ich nicht ahnen. Mittlerweile hat er sich so daran gewöhnt, dass er sie sogar sonntags auf dem Sofa trägt. Ist ja schließlich Sonntag. :-(. Aber vor Gott habe ich versprochen: in guten wie in schlechten Zeiten….. Und dazu zählt wohl auch, mit oder ohne Hemd. Sehr zu Herzen werde ich mir den Rat nehmen, mit dem Erinnerungseffekt der Kleidungsstücke. Ich werde das ausprobieren, wohl die Garderobe ersetzen müssen und am besten fang ich da mal mit meiner an.
      Liebe Grüße
      Flitzer

      Gefällt 1 Person

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