Sockenstatement

 

Das Sockenthema ist immer und überall. Stimmt nicht? Du hattest noch nie die Diskussion im Freundes- oder Bekanntenkreis, dass euch Socken abhanden kommen? Dass das ewige Sockenzusammensuchen und Sortieren nervt? Dann kannst du diesen Beitrag als eine/r der wenigen Unbeteiligten genießen und gerne auch den Kopf über meine Unfähigkeit (und die der meisten meiner Bekannten) schütteln, Disziplin und Ordnung in unser Sockenchaos zu bringen.

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Um dem mir nie gestellten Bildungsauftrag gerecht zu werden, habe ich dir vorab ein paar ganz nette Fakten zum Thema Strümpfe zusammengetragen. Und da geht das Dilemma mit der Umgangssprache schon los. Genau genommen ist das Beitragsthema falsch gewählt. Es müsste „Beinkleidstatement“ oder Beinkleiddrama“ heißen.

Falls Dir an Informationszuwachs nicht so sehr viel liegt, kannst du den folgenden kursiv geschriebenen Teil gerne überspringen.

Der „Duden“ definiert ganz allgemein Strumpf wie folgt: „Gewirkter oder gestrickter Teil der Kleidung, der den Fuß und das (ganze) Bein bedeckt.“ Er bietet dir als Synonym zum Socken auch Strumpf an und umgekehrt.

Die Beinkleidindustrie unterscheidet da etwas genauer. Strümpfe gehen über die Wade und werden evtl. mit einem Strumpfband gehalten. Socken besitzen einen kurzen Beinling bis maximal zur Mitte der Wade. Söckchen reichen nur bis zum Knöchel. Sie sollen den Anschein erwecken, als sei man barfuß in den Sneakers. Die Steigerung hiervon sind die Füßlinge, die, noch knapper geschnitten, auch in Ballerinas im besten Fall nicht zu sehen sind.

Was uns zur „Sockenetikette“ bringt.

Männer sind gut damit beraten, beim Geschäftsoutfit und bei offiziellen Anlässen in Halbschuhen Socken und Strümpfe zu tragen, die dunkler sind als die gewählten Schuhe. Socken und Strümpfe (Du erinnerst dich, die gehen bis bzw. über die Wade) garantieren, dass auch beim Überschlagen der Beine das Männerbein bedeckt bleibt.

Bei Frauen sind nackte Füße in Schuhen gesellschaftlich durchaus anerkannt. Im Alltag stören sich nur wenige an unbedeckten Beinen. In Abendgarderobe oder bei offiziellen Anlässen gehört es jedoch nach wie vor zum guten Ton Strümpfe bzw. Strumpfhosen zu tragen.

Ich habe dazu gelesen, dass 40% der Männer bei der Frau zuerst auf die Beine schauen. Ob diese Erkenntnis aus einer seriösen Studie stammt, weiß ich nicht. Blieben ja nur noch 60% für die Augen! Kann ich mir nicht vorstellen. Aber ich schweife ab. Wollte dir noch erzählen, was für ein Glück wir geschichtlich gesehen haben, im jetzigen Sockenzeitalter zu leben.

Das 16. Jahrhundert wurde zur Geburtsstunde“ der industriellen Strumpfherstellung. Während sich Adelige noch ihre genähten und gestrickten Seidenstrümpfe mit Gold verzieren ließen, entwickelte der Engländer William Lee den ersten Strumpfwirkstuhl für maschinell flachgestrickte Strümpfe. Erst zu diesem Zeitpunkt begann auch die Damenwelt Strümpfe zu tragen. Allerdings waren diese noch sehr grob. Erst als die Mode der bodenlangen Röcke von den Reifröcken abgelöst wurde, begann die wirkliche „weibliche“ Strumpfmode um 1720.

Mit der ersten „brauchbaren“ Strumpfmaschine war der Amerikaner Lamb 1866 endlich in der Lage am Tag 10 Paar lange Damenstrümpfe oder 20 Paar Herrenstrümpfe zu produzieren. Der Siegeszug setzte sich mich der Erfindung des Nylons fort. In den Zeiten des zweiten Weltkriegs hatten Nylonstrümpfe einen hohen Schwarzmarktwert auf beiden Seiten der Front, da das Material Nylon mit seinen tollen Eigenschaften vom Militär gebraucht wurde.

In den 70er Jahren wurden die Strapse weitgehend von den Strumpfhosen verdrängt. Seit den 90er Jahren sind die Verkaufszahlen von Feinstrumpfhosen wieder rückläufig, was weiter nicht verwunderlich ist. Die Mode der modernen Frau im Alltag ist geprägt von langen Hosen und legeren Schuhen. Dazu benötigt man nicht zwangsläufig Strumpfhosen oder halterlose Feinstrümpfe.

Das Marktforschungsinstitut GfK Switzerland hat im Auftrag von BLACKSOCKS eine repräsentative Umfrage in 6 europäischen Ländern von 3000 Männern und Frauen durchgeführt.

Mit dem Ergebnis: Wir Deutsche sind mit durchschnittlich 24 Sockenpaaren im Schrank Spitzenreiter der Sockenbesitzer. Pro Jahr kaufen wir uns 13 neue Sockenpaare. Acht von 10 Befragten wechseln ihre Socken täglich. Einzige Übereinstimmung unter den Ländern: Je älter wir werden, desto seltener ziehen wir uns frische Socken an.

 

Unzählige Strumpffabriken bieten dir dafür Socken in allen nur erdenklichen Farben und Formen. Die Fasermischungen lassen keine Wünsche offen. Egal ob saugfähige, kühlende, dicke, dünne oder was immer du dir für deine Füße wünscht, du wirst die richtigen Socken finden können. Trotz der erfreulichen Vielzahl von Angeboten wäre es dennoch schön, deine Lieblingssocken bis zum Verschleiß auftragen zu können. Leider gibt es hier den Schrecken verbreitenden und Nerven aufreibenden Sockenverlust. Hierzu habe ich auf der Seite Strumpfversand.ch folgende Statistik gefunden:

Gründe des Sockenverlusts beim Waschen:

  • In 26% wurde ein Socken in er Waschmaschine vergessen.
  • In 25% wurde ein Socken im Trockner liegen gelassen.
  • In 21% wurde ein Socken unbemerkt fallen gelassen.
  • In 14% hängt der Socken dank Statik an einem anderen Wäscheartikel.
  • In 13% wurde der andere Socken weggeworfen, weil ein Socken fehlte.

Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, lässt sich jeder etwas anderes einfallen. Ich kenne Leute, die völlig ungerührt einzelne Socken entsorgen. Ich kann das nicht, denn tief im Inneren meines Selbst weiß ich, die fehlende Socke fliegt sicherlich noch irgendwo im Haus herum. Eine Möglichkeit kann auch sein, sich immer und ausschließlich die gleichen Socken zu kaufen. Einen solchen Pragmatiker kenne ich auch. Für Monotonie Liebende sicher eine tolle Lösung.
Eine weitere Option wäre das Aufbügeln von Etiketten. Diese gibt es als kleine farbige Punkte mit fortlaufenden Nummern, wodurch die Sockenpaare einander zugeordnet werden können. Das Schöne an diesem System: Die Punkte mit den Nummern gibt es in vielen verschiedenen Farben, was das Zuordnen zu einzelnen Familienmitgliedern erheblich vereinfacht. Der Verlust ist dadurch allerdings nicht einzudämmen.

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Hier gefallen mir meine Sockenäpfel, die ich seit über einem Jahr in Gebrauch habe. Damit werden die beiden Socken eines Paares in den Apfel gesteckt und bleiben so zusammen. Gemeinsam sind sie im Waschzyklus kaum zu übersehen. Die Äpfel sind für den Trockner geeignet oder können gut an die Wäscheleine gehängt werden. Leider gibt es dieses Modell nur in drei Farben, also für größere Familien zum Zuordnen der Mitglieder weniger geeignet. Es gibt viele derartige Sortierhilfen in verschiedenster Form, zu denen ich dir allerdings nicht aus erster Hand eine Einschätzung geben kann.

Flitzer hat ein tolles Lösungssystem für das Sockenproblem ihrer Familie entwickelt. Bei ihr hat jeder seinen eigenen Sockenwaschsack, in dem die getragenen Socken sowohl gesammelt, als auch gewaschen und getrocknet werden. Und in ihm werden sie den jeweiligen Familienmitgliedern auch wieder ausgeliefert. Saubere Sache.

Vielleicht kannst du die eine oder andere Möglichkeit für dich ausprobieren oder dein neues Wissen über das faszinierende Thema Socken an deine Umwelt weiter geben. Auf Parties bist du damit sicher der Brüller.

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Zusammenfassend lässt sich sagen: Der Trend geht, abgesehen vom Businessbereich, hin zu bunt, kreativ und hip. Erlaubt ist, was gefällt.

Eine liebe Freundin von mir trägt grundsätzlich zwei verschiedene Socken und befindet sich damit in prominenter Gesellschaft. Friedensreich Hundertwasser war dafür bekannt, verschiedenfarbige Socken getragen zu haben. Verlorene Socken sind bei dieser Lösung auch nur geringfügig ein Problem. Ich nehme mir vor, das hin und wieder auch zu machen und würde mich freuen, wenn wir gemeinsam einen neuen Trend kreieren könnten. Stell dir vor, wie leicht man über verschiedenfarbige Socken mit Leuten ins Gespräch kommen könnte. Ich freu mich auf den Tag, an dem ich mit meinem Gegenüber in der Straßenbahn vier verschieden Socken anhabe.

In diesem Sinne, und um es mit den Worten von Lucius Annaeus Seneca zu sagen:
„Mit dem Leben ist es wie mit einem Theaterstück. Es kommt nicht darauf an, wie lang es ist, sondern wie bunt.“

Wir führen die Überlegung einfach fort und sagen: „Mit den Socken ist es wie mit dem Leben. Es kommt nicht darauf an, wie lang sie sind, sondern wie bunt!“

Wenn Du selbst ein tolles sockenproblemlösendes Sortiersystem für dich entwickelt hast, oder Erfahrungen mit anderen käuflichen Helferlein hast, melde dich bitte und teile dein Wissen mit uns. Wir freuen uns über jeden gut gemeinten Rat.

Liebe Grüße und immer warme Füße wünscht dir

 deine Glitzer von

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Quellen: Duden online; Strumpfversand.ch; Sockeria.de; blacksocks.com

17 Antworten auf “Sockenstatement”

  1. Liebe Glitzer,
    vielen Dank für dein Vertrauen in meine Fähigkeiten als Wäschefrau. Selbstverständlich habe ich alle anderen Wäscheteile abgesucht. Nix :-(. Aber du hast Recht, ich werde den Einzelgänger nicht wegwerfen und auch kein Sockenmonster daraus basteln. Der nächste Gipsfuß kommt bestimmt. Und das bringt mich doch auf eine Geschäftsidee. Ein Einzelsockenverleih. Für die, die nur eine Socke brauchen. Ich müsste jedenfalls keinen Cent in eine Grundausstattung investieren.
    Liebe Grüße

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  2. Ey Leute, ich sag’s euch. Ich habe mir ein paar neue Raketen-Kuschelsocken gekauft. Nachdem mein Sockensack gerade frisch geleert war, habe ich es gewagt, das Paar ganz mutig ohne Sack in die Maschine zu werfen. Ich habe sie BEIDE eigenhändig in die Maschine gesteckt, am Bund sogar noch umgeschlagen. Und was soll ich sagen? Als der Waschgang durch war, ich die Maschine ausleerte, war nur noch EINER da !!! Das gibt’s doch nicht??? Wie vom Erdboden verschluckt. Kann mir einer sagen, wo die landen???
    Ich bin echt sauer.
    Flitzer 😦

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    1. Manchmal läuft es wohl einfach saudumm. Ich gehe davon aus, dass dein verlorener Socken an einem anderen Wäschestück hängt und du ihn zuerst in der Waschmaschine und dann im Trockner hast liegen lassen. Danach hast du ihn bestimmt auf dem Weg zu deinem Fuß fallen lassen. Aber wirf jetzt um Himmels Willen den zweiten nicht weg! Dann hast du eine Chance auf dein ganz persönliches Happy End.

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  3. Anfangs als ich von diesem Blog erfahren habe hätte ich freiwillig auf jedes W-lan verzichtet und das ist nicht nur mir so gegangen….😐😂 Als euer Blog dann ganz fertig war und ihr uns ihn stolz präsentiert habt ist es schon aufgefallen wie viel Zeit und Freude in diesem investiert habt. Die Beiträge die ihr Freitags bringt sind wirklich toll.

    Weiter so 🤘❤️

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  4. Als ich das hier mit dem Blog erfahren habe dachte ich mir was für ein Quatsch. Aber jetzt bin ich begeistert . Ihr beide habt so viel Mühe und vor allem Zeit investiert . Eure ideen sind lustig und bunt,ich hoffe ihr habt guten Erfolg und bleibt beide so lustig und bunt wie ihr schon seid.

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  5. 😂😂😂 Super Bericht!
    Ich kann jedem nur raten, 2 verschiedene Socken zu tragen. Das Gefühl zu haben, etwas „verbotenes“ zu tun, ist sehr aufregend. Ich muss gestehen, dass ich zu seriösen Anlässen dann doch mal zwei gleiche Socken trage, was ich neulich allerdings vergessen habe. Den Gesichtsausdruck des Venencheckuntersuchers habe ich immer noch deutlich vor mir…😂😂😂
    Weiter so, eure Berichte sind super, freue mich schon auf nächsten Freitag!

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  6. Hi Mädels
    Freut mich, dass die Sockenäpfel in Euren Haushalt eingezogen und wohlgelitten sind! Mich wurmt ja noch immer, dass es (anders als vor vielen Jahren) diese nur noch in drei Farben gibt. Was macht man da als Großfamilie?Übrigens: ab 3 Kindern zählt man als Großfamilie, hat mal eine Freundin zu mir gesagt.
    Als Schlaue Füchsin, die ich manchmal bin, habe ich die Äpfel aufgepimpt. Die weiblichen Mitglieder der Familie haben pro Sockenapfel noch ein Bändchen aus Wolle (waschfest!) in der Lieblingsfarbe an jeden Sockenapfel drangebunden bekommen. Klappt. Bin zufrieden. Nur das jüngste Familienmitglied lässt gerne von den Eltern seine Socken suchen und in die Sockenäpfel stecken usw. Vollservice sozusagen. Diese Methode ist wenig fehlerlastig und hat auch was.
    Grüßle aus der Weststadt!

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  7. Hallo,
    Und danke für diesen informativen Beitrag!
    Bei uns im im Haushalt wohnt zwar keiner der bis jetzt den Trend der verschiedenen Socken aufgegriffen hat, aber modetechnisch geht eine Person von uns doch einen sehr individuellen Weg was die Fußbekleidung betrifft.

    Variante 1: mindestens eine getragene Socke hat ein Loch
    Variante 2: eine Socke richtig an und eine Socke auf links gedreht

    Dem männlichen Auge ist es nämlich, laut Aussage der oben genannten Person genetisch nicht möglich, bei gestrickten Socken rechte und linke Maschen zu unterscheiden.

    Gefällt 1 Person

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