Ehemalige Arbeitskolleginnen und die Rettung vor dem Verhungern

Die lieben Arbeitskolleginnen und -kollegen

Wer kennt sie nicht, die Geschichten über Arbeitskolleginnen und Arbeitskollegen? Egal ob aus Erzählungen des Familien-, Freundes- und Bekanntenkreises, oder aus selbst erlebten Geschichten?

Hat man Arbeitskollegen, dann gibt es immer was zu erzählen. Und ich finde sie auch extrem wichtig. Überleg doch mal, wie viel deiner Lebenszeit du mit diesen Menschen verbringst, die weder zu Familie noch Freunden gehören. Sie werden dir einfach so präsentiert, und mit denen musst du zurecht kommen. Basta. Bei mir jedenfalls hat sich da im Laufe eines 25-jährigen Berufslebens so einiges angesammelt. Und es gibt viele verschiedene Kategorien von Arbeitskollegen.

Da gibt es die, die dir ans Herz gewachsen sind.

Zu denen über Jahrzehnte hinweg eine tiefe Freundschaft gewachsen ist. Das sind natürlich die besten. Sie sind nicht mit Gold aufzuwiegen und einfach nur jedem zu wünschen.

Dann gibt es die, die mir immer hilfreich zur Seite standen, nie die Geduld verloren haben und mir gerade in jungen Jahren nicht nur im fachlichen Bereich viele Dinge beigebracht haben, die ich noch heute dankbar nutze. Ich erinnere mich zum Beispiel sehr gerne an meine ausschließlich männlichen Kollegen in einem Baustoffgroßhandel. Und ich, gerade mal volljährig, mittendrin. Wohl selten habe ich mehr über Ehrlichkeit, Aufrichtigkeit, Verlässlichkeit und eine pragmatische Einstellung gelernt. Und über den sprichwörtlichen weichen Kern in der harten Schale. Männer eiern nicht lange rum. Zumindest nicht gegenüber Arbeitskolleginnen. Sie sagen was los ist, und gut ist. Damals habe ich auch gelernt, Getränkeflaschen von Kronkorken zu befreien (es gab zu der Zeit die Mineralwasser- und Apfelschorleflaschen noch nicht mit Schraubverschluss und der Flaschenöffner war natürlich nie an seinem Platz). Ich musste jeden Morgen antreten und alle Wasserflaschen mit den verschiedensten Gegenständen öffnen. Und da waren die Jungs sehr kreativ. Trotz Schraubverschlüssen kommt mir die intensive Ausbildung noch heute bei Bierflaschen zu Gute.

Sehr anstrengend sind die ewig Tüchtigen.

Sie sind immer im Stress. Erzählen ausführlich, was sie schon alles getan haben und was sie noch eben mal schnell machen müssen. Sie schaffen es, kurz durch den Raum zu huschen und alle anderen mit einem angekratzten Selbstbewusstsein und einem Gefühl der Minderwertigkeit zurück zu lassen. Noch dazu lassen sie einem im Vorbeiflug nen Berg Arbeit da. Da muss man gut aufpassen.

Und dann gibt es da die Zicken.

Das sind die Schlimmsten. Die, die einen hintenrum anschwärzen und Lügen verbreiten. Gottseidank  musste ich das in dieser Extremform nur einmal erleben. Es stellte sich mir oft die Frage, aus welchen Beweggründen ein Mensch über andere Menschen Lügen verbreitet und mit ganzer Kraft versucht, diese schlecht zu machen. Ich kann mir nur vorstellen, dass dies daran lag, um vom eigenen Unvermögen, schlechter Arbeit und Fehlern abzulenken. Hat ja auch funktioniert. Aber nur eine gewisse Zeit. Zu der Zeit habe ich gelernt, Ungerechtigkeiten hinzunehmen und einfach auf die Gerechtigkeit zu warten. Ich bin fest davon überzeugt, dass diese kommt. Immer. Denn:“Gottes Mühlen mahlen langsam, aber gerecht.“

Und dann gibt es Arbeitskolleginnen, da bleibt als einzig gute Erinnerung ein Kochrezept

Viele Jahre später hatte ich einen ähnlichen Fall in abgeschwächter Form. So eine Kollegin, die zwanzig Minuten später kommt als erwartet, dann den Schreibtisch mit Frühstücksutensilien belagert, denn sie hat ja :“soooo Hunger“. Sie dreht die Heizung auf sieben, um sich anschließend dann in aller Ruhe die Nägel zu feilen, weil: „da ist schon wieder einer abgebrochen“😖buero-brotzeit Dazu sei erwähnt, dass alle anderen in Arbeit ersticken und keine Zeit für die tägliche Frühstückspause haben. Doch Ärger gab es deshalb nie. Denn sie war raffiniert genug, den Chef um den Finger zu wickeln und sich stets ins beste Licht zu rücken. Man konnte regelmäßig von ihr hören, welch tolle Arbeit sie doch leiste und wie schlau sie sei. Zur Vorsorge wurden dem Chef dann doch noch ein paar Stories über die Kolleginnen aufgetischt, um sich dessen Verbundenheit zu sichern. Boah neeeee… ich sags euch… Gut, dass es so viele liebe Kolleginnen gab, die die Intrigen der einen bei Weitem aufhoben. Was sie heute tut, weiß ich nicht. Ich glaube, sie hat das Land verlassen. Das einzig Positive, woran ich mich bei dieser Kollegin erinnere, ist ein Kochrezept. tomatensuppe

Tomatensuppe.

Und die ist echt richtig lecker. Das Rezept hat meine Kinder schon oft vor dem Butterbrot gerettet und dafür bin ich ihr auch bei jeder Zubereitung sehr dankbar. Selbstverständlich werde ich euch dieses Rezept nicht vorenthalten. Probiert’s mal aus.

tomatensuppe-rezept

Eine Kategorie hätte ich nun fast vergessen. Die, die man immer gern mochte, doch hat man sich aus den Augen verloren. Sie sind einfach weg. Wie vom Erdboden verschluckt. Es gibt keine Telefonnummer mehr und Briefe kommen mit dem Vermerk „unbekannt verzogen“ wieder zurück. Sehr, sehr schade. Doch vielleicht taucht auf diesem Weg die ein oder andere liebe Arbeitskollegin wieder auf? Ich würde mich jedenfalls sehr freuen.

Leute, redet miteinander.
Klar gibt’s auch unter den besten Arbeitskollegen mal Ärger. Is ja logisch. Denn wenn es keine Auseinandersetzungen gäbe, hätte einer keine Meinung, oder diese würde nicht zugelassen. Es könnte so einfach sein. Fakten auf den Tisch, darüber diskutieren, zu einem Ergebnis kommen, gut is. Wie heißt es denn so schön: Manchmal gewinnt man, manchmal lernt man. Leider oft nur ein Wunschgedanke. Denn oft fehlt es einfach an der Kommunikation. Vieles wird hinter dem Berg gehalten, wahrscheinlich auch aus Angst davor, den anderen nicht zu verletzen, getreu dem Motto: „Soooch no nix!“. Aber ob dadurch Probleme beseitigt werden können? Wohl eher nicht. Such dir den richtigen Ton, pack dein Herz und mach den Mund auf. Wenn’s die Sache wert ist. Wenn nicht, dann lass das Fass zu. Es muss nicht jedes geöffnet werden 😉

Alles Liebe

Eure Flitzer von
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Wie sieht’s aus mit deinen Kollegen? Musst du dich ärgern, oder bist du froh dass sie da sind?

Wir freuen uns über Deine Geschichte 🙂

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