Und dann überrascht er mich doch

Ich tue das, was ich an einem ganz normalen Sonntagmorgen mache. Zuerst Kaffee, dann zum Zeitvertreib die Angebote der Discounter und Möbelhäuser für die nächste Woche durchblättern. Wenig überraschend: Ich brauch nix. Im Januar gibt es alles, was mit guten Vorsätzen harmoniert. Sportartikel, Werkzeuge und Nahrungsergänzungsmittel. Ich suche hartnäckig weiter und finde zum Glück noch einige Produkte, die mir bei meinem Vorsatz „protox statt detox“ gute Dienste leisten werden. Nochmal Glück gehabt.

Danach bereite ich meinen Tag in der Hängematte vor. Mein Buch, einen Cocktail auf Eis und mein Sonntagsoutfit, bestehend aus einem bequemen Kleid mit passendem Sonnenhut. Denn in den letzten Tagen hat uns die Sonne schon fast unverschämt aufdringlich mit ihrer Anwesenheit beglückt. Ich sah mich sogar gezwungen, die Fenster zu putzen. Da ist sie echt knallhart. Zeigt mit ihren tausenden Sonnenstrahlen auf jeden einzelnen Mückenschiss und Schmierer. Doch ich schweife ab. Will von Arbeit nichts wissen. Trete in meinen dünnen Stoffschlappen vor die Tür und bin völlig perplex.

Es schneit.

Der Winter ist da. Mit ihm hatte ich nun so gar nicht gerechnet. Wie denn auch. Die ganze letzte Woche lag bereits Frühlingsduft in der Luft. Die Bienen hatten ihre ersten aktiven Tage. Für mich war der Winter schon durch. Ich war sicher, vor April nicht mehr von ihm zu hören. Denn zu den festgesetzten Terminen schafft er es dann doch meistens. Obwohl er uns an Weihnachten auch versetzt hat. Tja, da isser nun. Und ich sehe nur eine akzeptable Lösung für dieses Problem. Ich werde ihn ignorieren. Genauso wie ich Telefonanrufe ignoriere, die zur Essenszeit kommen. Oder das Klingeln der Haustüre während der Siesta. Ja, Sonntags halte ich Siesta.

Alle Jahre wieder

Mit schnee gezuckerte Hängematte

Ich hätte ja nichts gegen den Winter, mit dem ich viele tolle Erinnerungen verbinde. Mit allem Drum und Dran. Doch heute steht er verkatert vor meiner Haustür. Unmotiviert, ungepflegt und nur hier, weil ihm seine Frau geraten hat, heute besser das Weite zu suchen. Deshalb bietet er weder mir noch meiner Familie eine angenehme Unterhaltung. Sein Eis ist brüchig, sein Schnee matschig. Ich ertrage und bemitleide ihn so lange es geht und teile ihm noch in der Haustür stehend mit, dass es mich heute in wärmere Gefilde zieht. Zur Option stehen verschiedene Freizeitbäder in der Umgebung. Tja so ist das. Lass Deine Freunde nicht zu lange warten. Und wenn Du dann doch mal auftauchst, dann nicht nur, weil Dich gerade kein anderer aushält. Das ist äußerst durchschaubar und auf Dauer nicht gerade freundschaftsfördernd. Früher hätte ich für solche Besucher meinen Sonntag geopfert, heute nicht mehr. Ich verlege vorerst meine Leserunde in die warme Stube, anstatt mein Outfit auf die draußen herrschende Wetterlage anzupassen. Heute passe ich mein Umfeld an meine Bedürfnisse an und nicht umgekehrt. Das geht nicht immer, aber heute ist das für mich die einzige annehmbare Version meines Sonntags.

Lass es Dir gut gehen und mach Dir die Welt, wie sie Dir gefällt.

LG Glitzer

 

5 Antworten auf “Und dann überrascht er mich doch”

  1. 🙈🙈🙈
    Mich hat der Winter auch voll überrascht 😂😂
    Wollte eigentlich meine Terrassenmöbel noch vor dem ersten Schnee ins Haus holen ☝🏼! (Wie im letzten Winter hat das leider wieder nicht geklappt)
    Aber für Sonntag genau das richtige Wetter!
    Sonntag ist nämlich unser offizieller Sofa-Serien-Tag 🤗
    Grüßi,🐰

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  2. dein aktueller beitrag klingt beinah so, muss ich besorgt sein, deinen köstlichen humor zu verlieren?
    so deine warnung, der besuch deines blogs könne den arzt oder therapeuten nicht ersetzen. 😇

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    1. Nein, weg ist er nicht. Nur ein bisschen verschüttet unter Alltag und sentimentalen Gedanken. Ich bin sicher er wird sich demnächst wieder aufrappeln und mir helfen, die fröhlichen Momente bewusster wahrzunehmen. Dann gebe ich sie gerne wieder weiter. Bis dahin heißt es die Hoffnung nicht zu verlieren. LG Glitzer

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  3. mein sonntag ist immer ein ruhetag, wo es seit jahren keinen unterschied mehr gibt, von woche zu woche, jahraus, jahrein. kein wechsel von arbeitstagen, urlaubstagen, freier zeit.
    mein größter luxus ist die ZEIT zwischen heute und morgen.

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