Der Bub hat Geburtstag

Einmal im Jahr hat auch der Bub Geburtstag. Immer wieder ertappe ich mich dabei, dass es mir entfällt, dass der Bub ja nun ein erwachsener Mann ist. Ich habe in seinem Alter bereits den Buben meiner Schwiegermutter im eigenen Hausstand versorgt. Damals….

Was hat man nicht schon alles für Kindergeburtstage gefeiert. Piraten-Schatzsuche, Olympiaden, Kunst-Workshops. Und ich bin sehr froh, dass ich die Kindergeburtstage in dieser Art und Weise nicht mehr durchstehen muss. Wie man so hört, haben es die heutigen jungen Mütter geschafft, die Kindergeburtstage zu wahren Events anwachsen zu lassen. Vorbei sind die Zeiten, in denen eine Meute Kinder aufgeschlagen ist (ja, sie kamen damals alle noch alleine mit dem Fahrrad und warfen es auf einen Fahrradhaufen im Hof) und jeder brachte dem Geburtstagskind eine Kleinigkeit mit. Die Kids verbrachten einen gemeinsamen Nachmittag und die Aufgabe der Gastgebermutter bestand darin, ein gemeinsames Spiel parat zu haben, wenn die überdrehte Bande wieder auf den Boden zurück geholt werden musste. Und natürlich darin, genug Eis, Muffins und Spaghetti parat zu haben.

Die Zeiten ändern sich

Heute gibt es Gemeinschaftsgeschenke, die von Waveboards bis hin zu Playstationspielen reichen. Besorgt natürlich die Mutter des Jubelkindes. Sie hat selbstverständlich auch einen Tisch im Indoorspielplatz reserviert und die Kindersitze aus der gesamten Nachbarschaft zusammengetragen, um die Festgesellschaft dahin befördern zu können. Die Einladungen zum Fest werden schon Wochen im Voraus gebastelt und geklebt, die Giveaways entsprechen mittlerweile dem, was früher die Gästekinder schenkten. Leute, ich bin da raus. Gottseidank.

Man geht ja davon aus, dass Kindergeburtstage spätestens mit dem 15. Lebensjahr des Sprösslings den guten Erinnerungen angehören. Zumindest habe ich mich an so manchem Kindergeburtstag mit diesem Gedanken über Wasser gehalten. Nicht so bei uns.

Let’s party

Der Geburtstag des „einzigen Buben“ wird natürlich gebührend gefeiert. Natürlich auch der der Mädchen, aber die sind ja noch um einige Jahre jünger und die Organisation gestaltet sich da einfach etwas entspannter. Denn der Bub möchte, dass sowohl die Verwandtschaft als auch die Familie den Feierlichkeiten beiwohnen kann. Deshalb wird daheim gefeiert. Mit Allen. Und des Buben Willen ist zumindest an seinem Geburtstag sein Himmelreich. Da ich gerne Feiern organisiere und plane, macht mir das auch gar nix aus. Und ein wenig bin ich auch stolz darauf. So schlimm kann es nun gar nicht sein bei uns. Doch die ein oder andere schlaflose Nacht kostet mich so ein Event schon. Mein größtes Problem:

REICHT DAS ESSEN ???

Teig

Die Massen, die heranwachsende junge Menschen vertilgen können, sind für Mütter mit kleinen Kindern einfach unvorstellbar. Mir geht’s da nicht um die Arbeit, auch nicht um’s Geld. Denn dafür gehen wir ja arbeiten. Auch Karl Lagerfeld sagte: „Das Geld muss aus dem Fenster, damit es zur Tür wieder rein kommt.“ Mir geht es nur darum, dass es ein absoluter Albtraum für mich wäre, wenn das Essen nicht reichen würde. Wenn einer unserer Gäste hungrig, oder mit einem flauen Gefühl im Magen den Heimweg antreten müsste. Als Planungsgrundlage nehme ich immer die Mengen aus dem Vorjahr.

hackfleisch

Und im vergangenen Jahr gab es Gyrosbraten. 13 kg Fleisch, von mir liebevoll in 0,5 cm breite Scheiben geschnitten und turmhoch auf Backbleche geschichtet. Die 6 kg Zwiebeln, die dazwischengeschmuggelt wurden, finde ich nicht erwähnenswert. Dazu servierte ich 12,5 kg Pommes mit Krautsalat und 10 Fladenbrote. Denk nicht, das sei übertrieben, denn ich wollte, dass für den darauffolgenden Sonntag was übrig bleibt und wir nach dem Aufräumen nur noch leckeres Essen erhitzen müssen. Pustekuchen. Sonntags gab’s Nudeln mit Pesto. Weg. Alles weg. Macht mir ja nix aus, aber meine Oma hat immer gesagt, wenn keine Reste bleiben, hat das Essen nicht gereicht. Peinlich.

nudelolz

Doch woran kann man sich orientieren, wenn es darum geht, Essensmengen für junge Erwachsene zu planen? Fall bitte nicht auf die Mengen rein, die im großen Internet als Planungsrichtlinie für Erwachsene genannt werden. Man muss sie mindestens mal zwei nehmen, und dann ist der kleine nachmitternachtliche Snack noch nicht mit eingerechnet.

Aus Erfahrung lernt man

Jedenfalls brachte mich diese Erfahrung aus dem vergangenen Jahr heuer ganz schön in die Bredouille. Es sollte Burgertorten geben. Wichtig ist bei solchen Events, dass die Mahlzeit bequem vorzubereiten ist, denn natürlich möchte ich mich auch um die Gäste kümmern und nicht ausschließlich in der Küche stehen. Alle Tanten wollen versorgt sein und müssen stets genug Sekt im Glas haben. Ist ja schließlich eine Feier. Auch Sekt darf nicht alle werden.

torte

Doch nun zur Mengenberechnung.

Unsere Familie schafft eine Burgertorte meistens nicht ganz, oder nur ganz knapp. Und wir sind fünf Personen, davon drei heranwachsende Jugendliche. So musste ich mit zehn Burgertorten jedenfalls auf der sicheren Seite sein. In der Hoffnung, dass eventuell die ein oder andere Torte übrig bleibt, um ein schnelles Essen aus der Gefriertruhe zaubern zu können. Dazu gab’s ja noch Pommes (16 kg). Und für den kleinen Hunger nach Mitternacht hatte Mutter und Schwester plötzlich sieben Kuchen herbeigezaubert – vielen lieben Dank dafür.

springformen

Was soll ich sagen? Ich habe nun die perfekte Mengenberechnung gefunden. Es hat gereicht. Und es blieben, wie berechnet, zwei Burgertorten für die Gefriertruhe übrig. Nur die Pommes waren alle. Und das war auch gut so. Schön war’s 🙂

fertig

Nach dem Fest ist vor dem Fest

Es war jedenfalls ein tolles Fest. Ich werde hier aus Datenschutzgründen nicht erwähnen, wer zu den letzten Gästen zählte. Nur soviel sei verraten, Jung und Alt fühlte sich wohl. Liegt wohl daran, dass wir, egal auf welcher Seite, ausnahmslos nur liebe Menschen in der Verwandtschaft haben, die man immer gerne um sich hat. Und daran, dass sich der Bub tolle Freunde ausgesucht hat. Dafür bin ich sehr dankbar. Es war einmal mehr der Beweis dafür, dass auch junge Leute sehr nette und schlaue Menschen sind. Aber ich stelle mir bereits heute die Frage, was ich beim nächsten Fest kochen soll.

Und wieviel wohl von allem???

Liebe Grüße und einen guten Start in ein sonniges Frühlingswochenende wünscht dir

Flitzer 🙂

4 Antworten auf “Der Bub hat Geburtstag”

  1. Also ich gehöre ja zu der Kategorie „Verwandtschaft Mittelsenioren“ und muss sagen, das Fest war wirklich gelungen und alles sehr lecker, aaaaber: Die Jugend hält nix mehr aus! Die Freunde waren alle plötzlich verschwunden (natürlich haben sie sich vorher schön verabschiedet), bis sich auch der Geburtstagsbub mit den Worten verabschiedet hat, dass er ja so müde sei. Also naaa! Und jetzt bin ich echt ein Weichei. So richtig.
    Wir durften jedenfalls einen schönen Mond kurz vor Sonnenaufgang bestaunen, als ich den Rest der lieben buckligen Verwandtschaft heimtaxiert habe. Zu Hause angekommen, habe ich festgestellt, dass es ein wirklich schönes Fest war. Und am nächsten Tag hatte ich Muskelkater vom Tanzen. Schön war‘s!

    Gefällt 1 Person

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