Ich liebe Rhabarber

Das war schon in meiner Kindheit so. Ich erinnere mich noch ganz genau,

wie ich mit dieser Stange Rhabarber in der Hand auf der Terrasse saß und sie gaaaanz tief in eine Tasse mit Zucker tauchte. Und dann abbiss. Boa war das lecker. Erst richtig süß, und dann diese Säure, dass es einem da hinten am Kiefer in Richtung Ohren…… Ich glaube du weißt was ich meine. Es war einfach super. Damals war das noch so, da durfte man Lebensmittel noch in Zucker tauchen. Wenn ich es mir recht überlege, hat mir vielleicht doch nur der Zucker geschmeckt. Genau lässt sich das nicht mehr rekonstruieren. Ich glaube es stimmt wirklich. Früher war alles besser.

Aber zurück zum Thema.

Ich liebe Rhabarber.

Also vermutlich, weil eine meiner positiven und leckeren Kindheitserinnerungen mit ihm zu tun hat. Und zweitens, weil er im April einfach da ist. Ich habe vor Jahren einen Ableger von meiner Mama bekommen, habe ihn eingesetzt und schon ging´s ab. Seitdem wächst er und ist im April einfach da. Zugegeben, ich gieße ihn auch schon im Frühjahr bei Trockenheit, aber ansonsten – nix. Der wächst und wächst. Ich brauche ihn nur zu ernten und schon habe ich den Rohstoff für die leckersten Gerichte. Völlig kostenlos und in rauen Mengen. Nach der Erntezeit freue ich mich immer über die tolle Blüte. Ja, ich lasse immer eine stehen. Ich weiß, dass man die herausschneiden soll, damit die Kraft der Pflanze in die Stängel geht. Das mache ich auch, aber wie gesagt, eine Blüte schenke ich der Pflanze, mir und den fleißigen Insekten. Und Besucher freuen sich auch mit mir. Rhabarberblüten sind echt herrlich. Und ich brauche sie nicht im Frühjahr einpflanzen und im Herbst wieder zum Überwintern ins Haus holen. Sie kommt einfach von ganz alleine. In einer Vase wirken Rhabarberblüten übrigens wunderbar. Vor dem Einwintern, wenn die Pflanze eingezogen ist, bedecke ich sie noch mit einer Ladung Hasenmist, und fertig. Weil ich im Garten eben Hasen, aber keine Pferde habe.

So, und jetzt wirklich zum heutigen Kernthema. Ich liebe Rhabarber und die leckeren Gerichte, die man daraus zaubern kann. Das soll hier keine Aneinanderreihung von Rhabarberrezepten werden, sondern neugierig machen auf dieses Gemüse. Ja, Rhabarber ist ein Gemüse. Rezepte findet ihr jetzt überall. In jeder Zeitschrift, in jedem Werbeblatt. Ich bin mir nicht sicher, aber vielleicht gibt’s dazu auch was im Internet.

Doch das hier findet ihr nicht so leicht.

Die super Rhabarberbowle von meiner Mama.

Probier sie wirklich mal aus. Sie ist einfach der Wahnsinn. Ich finde es so toll, dass der Rhabarber in der Bowle bleibt. Ich habe jetzt schon einige Limonaden-, Sirup-, und Bowlerezepte gelesen, bei denen aber die Rhabarberfasern herausgefiltert werden. Das finde ich recht schade, da uns Ballaststoffe und co. doch sonst immer so wichtig sind. Außerdem sind deine Gäste damit beschäftigt, mit ihren Löffelchen (Bowlespieße wären hier nur für sehr geübte Bowleexperten empfehlenswert) den Schlonz aus der Bowle zu fischen. Das hat den positiven Nebeneffekt, dass niemand die Hände frei hat, um den weichen Wachsrand der auf dem Tisch stehenden Kerze zu verunstalten, oder aus den Servietten kleine Kugeln zu formen, die am Ende des Abends auf dem Boden landen. Und in Ermangelung von Kronkorken, kann auch niemand das Innere derselben herauslösen und durch die ständig gleiche Dehnbewegung das Plastikteil zu einem Ring formen. Ganz zu schweigen vom ständigen Abkratzen der Bierflaschenetiketten mit dem Daumennagel. Oder das Abtrennen der unteren Randstücke von Aluschraubverschlüssen z.B. bei Limonadenflaschen. Alles kein Thema, wenn du deinen Gästen Rhabarberbowle kredenzt.

Da meine Mama in der Königsklasse der Gastgeberinnen mitspielt, bäckt sie dazu noch Nussspritzgebäck. Das passt wunderbar und rundet das Geschmackserlebnis perfekt ab.

Das Bild zeigt das handschriftliche Rezept von der Rhabarberbowle und den Königsklasse Kekesen

Das Kompott kannst du toll vorbereiten und einfrieren. Dann ist bei spontanem Besuch die Bowle ruckzuck zusammengemischt und gekühlt.
Und zum Schluss noch ein letzter heißer Tipp. Die Blätter des Rhabarber sind ein spitzen Sonnenschutz für den Kopf. Es kann durchaus sein, dass du nach ein paar Gläsern Bowle das Gefühl hast, dass dir die Sonne zu lange auf den Kopf geschienen hat.
Das Motto sollte hierbei stets lauten: „Vorsorge ist besser als Nachsorge“

In diesem Sinne wünsche ich dir eine lustige Runde von Freunden oder Verwandten zum Testen.

Deine Glitzer von

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7 Antworten auf “Ich liebe Rhabarber”

  1. Liebe Glitzer! Ich gestehe, die Kunststoffringe aus den Bierkapseln baue ich. Auch die unteren Ränder der Schraubverschlüsse mache ich immer ab. Aber keine Ahnung, wer das mit den Kerzen und Servierten anstellt. Echt blöde Angewohnheit. Gut, dass zu deiner Tischdeko keine Bierfilze gehören. Denn auch da löse ich immer die bedruckte Schicht ab. Ich werde mich bemühen, dir künftig das Aufsammeln meiner Basteleien zu ersparen. Ich werde einfach mehr Bowle trinken. Freu‘ mich drauf.
    Liebe Grüße,
    deine Flitzer

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  2. In einem kleinen Dorf wohnte einst ein Mädchen mit dem Namen Barbara. Barbara war in der ganzen Gegend für ihren ausgezeichneten Rhabarberkuchen bekannt. Weil jeder so gerne Barbaras Rhabarberkuchen aß, nannte man sie Rhabarber-Barbara. Rhabarber-Barbara merkte bald, dass sie mit ihrem Rhabarberkuchen Geld verdienen könnte. Daher eröffnete sie eine Bar: Die Rhabarber-Barbara-Bar. Natürlich gab es in der Rhabarber-Barbara-Bar bald Stammkunden. Die bekanntesten unter ihnen, drei Barbaren, kamen so oft in die Rhabarber-Barbara-Bar um von Rhabarber-Barbaras Rhabarberkuchen zu essen, dass man sie kurz die Rhabarber-Barbara-Bar-Barbaren nannte. Die Rhabarbara-Barbara-Bar-Barbaren hatten wunderschöne dichte Bärte. Wenn die Rhabarber-Barbara-Bar-Barbaren ihren Rhabarber-Barbara-Bar-Barbaren-Bart pflegten, gingen sie zum Barbier. Der einzige Barbier, der einen Rhabarber-Barbara-Bar-Barbaren-Bart bearbeiten konnte, wollte das natürlich betonen und nannte sich Rhabarber-Barbara-Bar-Barbaren-Bart-Barbier. Nach dem Stutzen des Rhabarber-Barbara-Bar-Barbaren-Barts geht der Rhabarber-Barbara-Bar-Barbaren-Bart-Barbier meist mit den Rhabarber-Barbara-Bar-Barbaren in die Rhabarber-Barbara-Bar um mit den Rhabarber-Barbara-Bar-Barbaren von Rhabarber-Barbaras herrlichem Rhabarberkuchen zu essen. Dazu trinkt der Rhabarber-Barbara-Bar-Barbaren-Bart-Barbier immer ein Bier, das er liebevoll Rhabarber-Barbara-Bar-Barbaren-Bart-Barbier-Bier nennt.

    Lecker Rhabarberbowle 😋
    Das mit dem Sonnenschutz ist ne gute Idee!
    Beim letzten Genuß einer Rhabarberbowle wurde es gerade wieder hell als ich nach Hause ging. Da wäre so ne Kopfbedeckung zum Verstecken auch ganz praktisch gewesen. 😂

    Gefällt 1 Person

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